Europapokal der Pokalsieger: alle Sieger von 1961 bis 1999
12.10.2026 09:00 Uhr EuropaFussball.com
Der Europapokal der Pokalsieger war von 1960 bis 1999 der Wettbewerb der nationalen Pokalsieger Europas. Rekordsieger ist der FC Barcelona mit vier Erfolgen (1979, 1982, 1989 und 1997). Aus Deutschland gewannen Borussia Dortmund (1966), der FC Bayern München (1967), der 1. FC Magdeburg (1974), der Hamburger SV (1977) und Werder Bremen (1992). Letzter Sieger war Lazio Rom, das 1999 im Finale von Birmingham Real Mallorca mit 2:1 schlug.
Organisiert wurde der Wettbewerb von der UEFA, in Österreich und der Schweiz hieß er Cup der Cupsieger. Lange galt er als zweitwichtigster Klubwettbewerb im europäischen Fußball, hinter dem Europapokal der Landesmeister und noch vor dem 1971 eingeführten UEFA-Cup. Zur Saison 1999/2000 wurde er abgeschafft und mit dem UEFA-Cup zusammengelegt.
Alle Sieger und Endspiele im Europapokal der Pokalsieger
In 39 Ausgaben gab es 32 verschiedene Gewinner. Eine erfolgreiche Titelverteidigung gelang keinem Klub, obwohl acht Vorjahressieger erneut im Finale standen.
| Saison | Sieger | Finalgegner | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1960/61 | AC Florenz | Glasgow Rangers | 2:0 und 2:1 |
| 1961/62 | Atlético Madrid | AC Florenz | 1:1 n.V., 3:1 (Wdh.) |
| 1962/63 | Tottenham Hotspur | Atlético Madrid | 5:1 |
| 1963/64 | Sporting Lissabon | MTK Budapest | 3:3 n.V., 1:0 (Wdh.) |
| 1964/65 | West Ham United | TSV 1860 München | 2:0 |
| 1965/66 | Borussia Dortmund | FC Liverpool | 2:1 n.V. |
| 1966/67 | FC Bayern München | Glasgow Rangers | 1:0 n.V. |
| 1967/68 | AC Mailand | Hamburger SV | 2:0 |
| 1968/69 | Slovan Bratislava | FC Barcelona | 3:2 |
| 1969/70 | Manchester City | Górnik Zabrze | 2:1 |
| 1970/71 | FC Chelsea | Real Madrid | 1:1 n.V., 1:0 (Wdh.) |
| 1971/72 | Glasgow Rangers | Dynamo Moskau | 3:2 |
| 1972/73 | AC Mailand | Leeds United | 1:0 |
| 1973/74 | 1. FC Magdeburg | AC Mailand | 2:0 |
| 1974/75 | Dynamo Kiew | Ferencváros Budapest | 3:0 |
| 1975/76 | RSC Anderlecht | West Ham United | 4:2 |
| 1976/77 | Hamburger SV | RSC Anderlecht | 2:0 |
| 1977/78 | RSC Anderlecht | Austria Wien | 4:0 |
| 1978/79 | FC Barcelona | Fortuna Düsseldorf | 4:3 n.V. |
| 1979/80 | FC Valencia | FC Arsenal | 0:0 n.V., 5:4 n.E. |
| 1980/81 | Dinamo Tiflis | FC Carl Zeiss Jena | 2:1 |
| 1981/82 | FC Barcelona | Standard Lüttich | 2:1 |
| 1982/83 | FC Aberdeen | Real Madrid | 2:1 |
| 1983/84 | Juventus Turin | FC Porto | 2:1 |
| 1984/85 | FC Everton | Rapid Wien | 3:1 |
| 1985/86 | Dynamo Kiew | Atlético Madrid | 3:0 |
| 1986/87 | Ajax Amsterdam | 1. FC Lokomotive Leipzig | 1:0 |
| 1987/88 | KV Mechelen | Ajax Amsterdam | 1:0 |
| 1988/89 | FC Barcelona | Sampdoria Genua | 2:0 |
| 1989/90 | Sampdoria Genua | RSC Anderlecht | 2:0 n.V. |
| 1990/91 | Manchester United | FC Barcelona | 2:1 |
| 1991/92 | Werder Bremen | AS Monaco | 2:0 |
| 1992/93 | AC Parma | FC Antwerpen | 3:1 |
| 1993/94 | FC Arsenal | AC Parma | 1:0 |
| 1994/95 | Real Saragossa | FC Arsenal | 2:1 n.V. |
| 1995/96 | Paris Saint-Germain | Rapid Wien | 1:0 |
| 1996/97 | FC Barcelona | Paris Saint-Germain | 1:0 |
| 1997/98 | FC Chelsea | VfB Stuttgart | 1:0 |
| 1998/99 | Lazio Rom | Real Mallorca | 2:1 |
n.V. = nach Verlängerung, n.E. = nach Elfmeterschießen, Wdh. = Wiederholungsspiel. 1961 wurde der Sieger in zwei Endspielen mit Hin- und Rückspiel ermittelt, ab 1962 gab es ein einziges Finale an neutralem Ort.
Wer hat den Europapokal der Pokalsieger am häufigsten gewonnen?
Der FC Barcelona ist mit vier Siegen Rekordsieger und stand zusätzlich 1969 und 1991 im Endspiel. Mit sechs Finalteilnahmen führen die Katalanen auch diese Wertung an. Dahinter folgen der RSC Anderlecht, der AC Mailand, der FC Chelsea und Dynamo Kiew mit je zwei Erfolgen, 27 weitere Vereine gewannen den Pokal einmal.
Anderlecht ist die einzige Mannschaft, die dreimal nacheinander das Finale erreichte (1976 bis 1978). Neben Sampdoria Genua sind die Belgier außerdem das einzige Team, das nach einer Finalniederlage im folgenden Jahr den Pokal holte. London stellt mit Chelsea, Arsenal, West Ham United und Tottenham Hotspur die meisten Siegerklubs aller Städte.
| Land | Siege |
|---|---|
| England | 8 |
| Italien | 7 |
| Spanien | 7 |
| Deutschland (Bundesrepublik) | 4 |
| Belgien | 3 |
| Sowjetunion | 3 |
| Schottland | 2 |
| DDR, Portugal, Tschechoslowakei, Niederlande, Frankreich | je 1 |
Insgesamt kamen die Sieger aus zwölf Ländern.
Welche deutschen Vereine gewannen den Pokal der Pokalsieger?
Fünfmal ging der Pokal nach Deutschland. Borussia Dortmund schrieb am 5. Mai 1966 Geschichte: Im Hampden Park von Glasgow schlug der Außenseiter den favorisierten FC Liverpool mit 2:1 nach Verlängerung, die Tore erzielten Siegfried Held und Reinhard „Stan“ Libuda. Es war der erste europäische Titel einer deutschen Mannschaft. Ein Jahr später gewann der FC Bayern in Nürnberg mit 1:0 n.V. gegen die Glasgow Rangers, auch für die Münchner war es der erste Triumph auf europäischer Bühne.
Der 1. FC Magdeburg besiegte 1974 in Rotterdam den AC Mailand mit 2:0. Das blieb der einzige Europapokalsieg eines Klubs aus der DDR überhaupt. Der Hamburger SV holte am 11. Mai 1977 im Finale von Amsterdam mit einem 2:0 gegen Anderlecht seinen ersten internationalen Pokal, und Werder Bremen setzte sich 1992 in Lissabon mit 2:0 gegen die AS Monaco durch.
Dazu kommen sechs deutsche Finalisten: TSV 1860 München (1965), Hamburger SV (1968, das Endspiel gegen Mailand ging mit 0:2 verloren), Fortuna Düsseldorf (1979), FC Carl Zeiss Jena (1981), 1. FC Lokomotive Leipzig (1987) und VfB Stuttgart (1998). Von 1965 bis 1968 stellte Deutschland als einziger Verband viermal nacheinander einen Finalisten.
Deutscher Rekordteilnehmer ist Magdeburg mit sieben Teilnahmen und 36 Spielen, die meisten Partien aller deutschen Klubs bestritt der FC Bayern mit 39 Spielen in fünf Anläufen. Nur einmal trafen der Pokalsieger des DFB und des DDR-Verbands direkt aufeinander: In der Saison 1985/86 setzte sich Bayer 05 Uerdingen gegen Dynamo Dresden mit insgesamt 7:5 durch, das Rückspiel ging als Wunder von der Grotenburg in die Geschichte ein. Österreich stellte mit Austria Wien (1978) und Rapid Wien (1985 und 1996) drei Finalisten, gewann aber nie.
Teilnehmer und Modus: Wer spielte im Europapokal der Pokalsieger?
Startberechtigt waren der Titelverteidiger und die nationalen Pokalsieger der Vorsaison. Für die Bundesrepublik war das der Sieger des DFB-Pokals, für die DDR der Gewinner des FDGB-Pokals, für Österreich der ÖFB-Cup-Sieger und für die Schweiz der Sieger des Schweizer Cups. Qualifizierte sich ein Pokalsieger als Meister für den Landesmeisterpokal, rückte der unterlegene Pokalfinalist nach. Viermal gewann genau so ein Nachrücker: AC Florenz 1961, Glasgow Rangers 1972, Anderlecht 1978 und Barcelona 1997.
Gespielt wurde im K.-o.-System mit Hin- und Rückspielen, nur das Finale bestand aus einer Partie. Ab der Saison 1971/72 qualifizierte sich der Sieger für den UEFA Super Cup, der seit 1973 ausgetragen wird. Das Teilnehmerfeld wuchs von zehn Klubs 1960/61 auf 49 in der letzten Saison 1998/99.
Geschichte des Wettbewerbs: Wie er entstand und warum die UEFA ihn abschaffte
Die Idee kam aus Österreich. Alfred Frey, Präsident des SC Wacker Wien und zugleich Vizepräsident des ÖFB, schlug der UEFA am 18. März 1956 einen solchen Wettbewerb vor. Weil er auf Widerstand stieß, organisierte er ihn mit dem ÖFB und dem Mitropapokal-Komitee selbst. Am 13. Februar 1960 war die Geburtsstunde des Europapokals der Pokalsieger. Schon nach einer Saison übernahm die UEFA das Turnier und erkannte die erste Ausgabe mit dem Sieger AC Florenz offiziell an.
In den 1990er Jahren verlor der Wettbewerb deutlich an Renommee. Der Zuschauerschnitt sank von 29.891 in der ersten Saison auf 10.198 in der Saison 1997/98. Im Zuge der Reform von Landesmeisterpokal und UEFA-Cup wurde er zur Saison 1999/2000 aufgelöst. Seitdem spielen die nationalen Pokalsieger im UEFA-Cup, der seit 2009/10 Europa League heißt (alle Europa League Sieger seit 1972), und seit 2021/22 teilweise in der Conference League, deren Endspiele und Sieger wir separat aufgelistet haben. Der Europapokal der Landesmeister heißt seit 1992 UEFA Champions League, eine Übersicht bietet die Seite zu den Champions League Siegern.
Statistik: Rekorde, Trainer und Trophäe
Rekordspieler und Torschützen
Die meisten Einsätze hat der Niederländer Ed de Goey mit 44 Spielen. Rekordtorschütze ist Rob Rensenbrink mit 25 Treffern vor Gerd Müller mit 20. In Endspielen trafen Kurt Hamrin und Rensenbrink je viermal, Hamrin sogar für zwei Vereine (AC Florenz 1961 und 1962, Mailand 1968).
Trainer mit zwei Siegen
Vier Trainer gewannen den Wettbewerb zweimal: Nereo Rocco mit den Mailändern (1968 und 1973), Walerij Lobanowskyj mit Dynamo Kiew (1975 und 1986), Alex Ferguson mit dem FC Aberdeen und Manchester United (1983 und 1991) sowie Johan Cruyff mit Ajax und dem FC Barcelona (1987 und 1989).
Höchste Siege
Den höchsten Finalsieg feierte Tottenham Hotspur 1963 mit 5:1 gegen Atlético Madrid. Das deutlichste Ergebnis überhaupt gelang Sporting Lissabon in der Saison 1963/64 mit 16:1 gegen APOEL Nikosia.
Die Trophäe
Insgesamt gab es vier Versionen des Pokals, alle blieben Eigentum der UEFA. Die vierte Variante mit Metallsockel wurde nur ein einziges Mal vergeben, 1993 an den AC Parma.
Häufige Fragen zum Europapokal der Pokalsieger
Wer ist Rekordsieger im Europapokal der Pokalsieger? Der FC Barcelona mit vier Erfolgen: 1979, 1982, 1989 und 1997.
Wie oft haben deutsche Vereine den Europapokal der Pokalsieger gewonnen? Fünfmal: Dortmund 1966, Bayern 1967, Magdeburg 1974, HSV 1977 und Werder 1992.
Wann wurde der Europapokal der Pokalsieger abgeschafft? Nach der Saison 1998/99. Ab 1999/2000 wurde er mit dem UEFA-Cup zusammengelegt.
Hat ein Klub den Pokal verteidigt? Nein. Acht Titelträger erreichten im Jahr danach zwar erneut das Finale, gewonnen hat es keiner.
Wo spielen die Pokalsieger heute? In der Europa League, teilweise auch in der Conference League, sofern sie sich nicht für die Champions League qualifiziert haben.